|
From:
Bernhard Kraut
To: chefredaktion@kronenzeitung.at
Sent: Monday, February 04, 2002 2:12 AM
Subject: Neue Kronenzeitung - so seriös wie immer!
Sehr geehrter
Herr Dichand,
wenn Ihre Zeitung
auch zur "gutter press" zu zählen ist, sollten Sie es dennoch unterlassen,
derart dilletantisch und verantwortungslos über Geschichte zu berichten.
Die ersten Punkte,
die mir in der kurzen Zeit der Lektüre Ihres Artikels aufgefallen
sind:
- Wer ist der
Verfasser dieser Serie?
Da Ihr Name, Herr Hans Dichand, der einzige in dieser Serie ausgewiesene
ist, werde ich Sie so ansprechen, als ob Sie es selbst geschrieben
hätten.
- Mit Ihrer
Formulierung "ihre zeitgeschichtliche Arbeit" suggerieren Sie,
daß es sich hiebei um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Tatsächlich
handelt es sich bei dem Buch "Edvard Benes - der Liquidator" von
Sidonia Dedina um einen zeitgeschichtlichen Roman.
Da Sie die Beweggründe von Frau Dedina nicht angeben, zitiere
ich aus ihrem Referat, das sie am 21. Oktober 2000 auf der Landeskulturtagung
des BdV-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen hielt:
"Und um zu beweisen, daß die Vertreibungen keine logische,
geschweige denn notwendige Folge von nazistischen Greueltaten
waren. Die angebliche Kausalität ist nur Propagandavorwand der
Vertreiber gewesen. Wie schade, daß auch viele Deutsche, Politiker
wie Journalisten, den falschen Grund akzeptiert und immer wiederholt
haben."
Um die wissenschaftliche Seriösität Ihrer ausführlich zu Wort
kommenden Quelle zu untermauern, möchte ich noch ein weiteres
Zitat aus diesem Referat
(nachzulesen unter http://www.mitteleuropa.de/sidoniadedina1.htm)
bringen, und zwar deshalb, weil hier eine Fußnote eingefügt wurde:
"Die Nachkriegsregierung der Tschechoslowakei fiel vom Himmel
oder kam aus der Hölle. Zwei Dutzend Mann kamen von nirgendwo,
sie rissen alle Staatsgewalt an sich, die Armee, die Polizei,
Gerichte, die Wirtschaft, und nicht zuletzt die fast drei Millionen
deutsche Bürger*, die sie aussiedeln ließen – wie es im Orwellschen
Newspeak hieß. 20 bis 30 Mann! Wo kamen sie her?"
Die Fußnote dazu:
"* Tatsächlich waren die Sudetendeutschen seit Herbst 1938
rechtmäßig Bürger des Deutschen Reiches, genau wie das Sudetenland
seit Herbst 1938 rechtmäßig deutsches Staatsgebiet ist. Kein international
gültiger Vertrag auf Grundlage des Selbstbestimmungsrechts der
Völker hat jemals etwas daran geändert. Ob aber Frau Dedina tatsächlich
hier “Reichsdeutsche“ meint, über die die selbsternannte “Benesch-Regierung“
herfällt, oder ob sie unbedacht die Einwohner des Sudetenlandes
als Staatsbürger einer Tschechoslowakei betrachtet, geht hieraus
nicht eindeutig hervor.ML 2001-03-06 "
- Im Vorwort
zu diesem Buch von Sidonia Dedina schreibt Ludek Pachmann u.a.:
"Kurz und bündig kann man sagen: Wegen seines gegen die Deutschen
zielenden Hasses verkaufte Beneš die Nachkriegs-Tschechoslowakei
an Stalin, den größten Massenmörder aller Zeiten. (...)" "Dr.Beneš
....Seine Motive für die Übeltaten, für den Massenmord ab Mai
1945, waren Hass, Rachsucht, aber auch Feigheit und Minderwertigkeitskomplexe.
(...)"
Möglicherweise ist es mir bis heute entgangen - ich kenne jedenfalls
keine seriösen wissenschaftlichen Arbeiten, die mit derartigen
Sätzen im Vorwort eingeleitet werden.
- Sie schreiben:
"(...) Kinder und Kinderwägen, die in Moldau und Elbe geworfen
wurden, um dann mit Maschinengewehren beschossen zu werden." Mag.
Rolf-Josef Eibicht schreibt in seinem Buch "Der Holocaust (Völkermord)
an unserem Deutschen Volk - ein Jahrtausendverbrechen: 9,3 bis
13,7 Millionen Todesopfer - Anhaltender geistiger Völkermord":
"Kinder sowie Kinderwagen stießen die Tschechen in den Strom.
Es waren meistens schwarz uniformierte Tschechen mit roten Armbinden.
Sie warfen Frauen und Kinder, die sich nicht wehren konnten, von
der 20 Meter hohen Brücke in die Fluten. Die Massenverfolgung
der Deutschen dauerte bis in den späten Abend. Wir hörten aus
allen Ecken und Straßen Schreie und Weinen. Weder eine Behörde
noch die russische Besatzungsmacht schritten gegen diesen Massenmord
ein. Zahlreiche Deutsche, die sich aus der Elbe schwimmend gerettet
hatten, wurden durch Maschinengewehre beschossen."
Wenn Sie, Herr Dichand, sich nicht dem Verdacht aussetzen wollen,
von Rechtsextremen abzuschreiben, und der Stil Ihrer "Serie" weist
sprachliche Ähnlichkeiten mit der revisionistischen Literatur
auf, werden Sie nicht umhinkommen, die Quellen in den nächsten
Beiträgen auch anführen zu müssen.
Sie wissen,
wie schnell Gerüchte entstehen: Es könnte, wenn Sie weiterhin keinen
Verfassernamen angeben, auch jemand auf die Idee kommen, daß Dr.
Harald Ofner von der Freiheitlichen Partei der Verfasser sein könnte,
ist dieser doch als Co-Autor des Buches "Der Vertreibungs-Holocaust"
von Mag. Rolf-Josef Eibicht und Anne Hipp ein mit dieser "Materie"
schon bestens vertrauter Schreiber.
Da diese offene
E-mail auch an Ihren Innenminister geht, werden sich kompetente
Stellen des Innenministeriums mit Ihrer "Geschichtsserie" wohl beschäftigen,
wenigstens beschäftigen.
Mit freundlichen
Grüßen,
Bernhard Kraut
CLOSE
|